Junges Theater Köln e.V.

Theaterfestival Neues Europa 2019

Populisten und Kriegstreiber haben ihre Methoden, um Menschen gegeneinander aufzuhetzen und sich gegenseitig Grausames anzutun. Und es sind stets die gleichen Methoden, heute wie vor 80 Jahren. Wie schaffen sie das? Eine Gruppe von Jugendlichen aus Köln-Porz hat sich auf die Suche nach Antworten begeben und Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs interviewt sowie in ihr eigenes Leben geblickt und Konflikte und Kriege in den Biografien ihrer Familien aufgespürt. Nicht alle Konflikte sind politischer Natur, die Jugendlichen fechten auch innere Konflikte und Kriege aus. Wie stellt man sich dieser inneren Herausforderung?

Welche Visionen einer europäischen Zukunft haben 15 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren aus jenen Regionen der Ostukraine, in denen seit 2014 der bewaffnete Konflikt zwischen der Ukraine und Russland ausgetragen wird? Im August 2019 besuchten diese Jugendlichen die Region um Köln, Düsseldorf und Bonn, um im Austausch mit gleichaltrigen Jugendlichen in Deutschland die europäische Gegenwart zu diskutieren und die Kultur, Politik und Geschichte Deutschlands kennenzulernen. 15 Antworten, 15 Fragen, 15 Themen zur Zukunft einer neuen Generation und eines neuen Europas. Was erwarten sie? Was wollen sie? Wird es Krieg geben? Regie: Andriy May, Kiew

Aus Moskau kommt das von Michail Ugarov und Elena Gremina vom teatr.doc entwickelte Theater-Workshop-Format der ANTISCHULE: Modernes Theater entsteht nicht, indem man etwas „spielt“ oder komplizierte Konzepte erfindet, sondern indem man einfach das Leben um sich herum und seine Mitmenschen betrachtet und genau darüber in einer modernen Sprache erzählt: ehrlich, ironisch, kühn! Jeder Mensch ist bereits ein fertiges Theaterstück – man muss nur genau hinschauen.

Abschlussparty mit DJane Katja Rubikova (Kompott-Party-Kollektiv Köln). Die legendäre Kompott-Party steht unter dem Motto, das dem Manifest des Kompott-Teams entstammt: „Es wird Zeit, dass man im Globalisierungszeitalter seinen Geist öffnet, nicht nur Richtung Westen.“

Der Ton in Europa wird rauer: Populismus untergräbt die Grundwerte von gegenseitigem Respekt, der Meinungs- und Pressefreiheit. Die Kommentarspalten im Netz triefen von Hetze, im öffentlichen Raum nimmt die Solidarität ab, das bedachte Suchen nach gemeinsamen Lösungen geht verloren. Ist die Demokratie ernstlich in Gefahr? Jugendliche aus Köln-Mülheim fragen in diesem Theaterprojekt: Wollen wir so eigentlich in Zukunft leben? Wie stelle ich mir ein neues Europa vor und wie setzt sich eine europäische Identität zusammen? Was macht mich und meine Identität aus? Wie stelle ich mir meine Zukunft vor? Wie sehe ich mich im neuen Europa? Ein Stück von Helena Aljona Kühn und Özden Gülcicek, Köln